Rollierwerkzeuge
Technische Informationen
Verfahren
|
Glattwalzen |
Glattwalzen ist in der Oberflächenveredelung anwendbares Verfahren, mit dem an metallischen Werkstücken ohne Zerspanung glatte und verfestigte Oberflächen mit hohen Traganteil und guten Laufeigenschaften erzeugt werden. |
|
Werkstoffe |
Zum Glattwalzen sind alle zerspanbaren Materialien bis zu einer Härte von ca. 45 HRc geeignet. Ausgangsbasis ist ein vorbereitetes Werkstück. Sein erforderliches Vorbearbeitungsmaß ist abhängig von Werkstoff, Geometrie und Oberflächenfeingestalt. |
|
Arbeitsweise Glattwerkzeuge |
Glattwalzwerkzeuge in Standardausführung für die Innen- Außenbearbeitung von Werkstücken arbeiten nach Formschlussverfahren, d.h., drei oder mehr konische Rollen werden in einem Käfig gehalten (ähnlich einem Wälzlager). Die Rollen stüzen sich werkzeugseitig auf einem Verstellkegel ab. Werkzeuge für die Bearbeitung von Bohrungen besitzen einen verstellbaren Außenkegel, die für die Bearbeitung von Wellen einen verstellbaren Innenkegelzylinder. Der Käfig mit den Rollen ist auf dem Verstellkegel axial verstellbar angeordnet, dadurch kann der Arbeitsdurchmesser am Werkzeug veränder werden. Verstellbereich der Werkzeuge finden sie in den Tabellen der nächsten Seiten. Beim zurückziehen des Werkzeuges und damit des Verstellkegels gegen die Federkraft lässt sich das Werkzeug problemlos aus dem Formschluss lösen, so dass es die gewalzte Oberfläche nicht berührt. Das Werkzeug entspannt automatisch bei Rückzug. Durch eine verschränkte Anordnung der Rollen im Käfig zur Werkzeugachse sind die Werkzeuge mit einem Eigenvorschub ausgestattet, diese Anordnung gestattet ein Glattwalzen ohne maschinellen Vorschub. |
|
Einsatz Glattwalzwerkzeuge |
Glattwalzwerkzeuge lassen sich auf allen Werkzeugmaschinen mit rotierendem Antrieb, wie z. B. Bohrmaschinen, Drehmaschinen, Fräsmaschinen, Bearbeitungszentren, Bohrwerken usw., als drehendes oder auch als stehendes Werkzeug einsetzen. |
|
Einsatzdaten Glattwalzwerkzeuge |
Die Walzgeschwindigkeiten liegen bei 60 bis 150 m/min. Diese Werte können über oder unterschritten werden, ohne dass das Walzergebnis beeinträchtigt wird. Es verändern sich lediglich die Bearbeitungszeiten. Die Vorschübe erreichen sich aus der Formel S = 0,025 x D. Werden Durchgangswerkzeuge mit Eigenvorschub in Einsatz auf Werkzeugmaschinen mit maschinellen Vorschub gebracht, so ist der Zwangsvorschub mindestens 10% höher zu wählen als der aus der Formel S = 0,025 x D errechnete. Alle Werkzeuge können mit oder ohne Eigenvorschub geliefert werden. |
|
Schmierung |
Zur Schmierung sollte man dünnflüssige Öle oder fette Emulsionen verwenden. Späne oder Verunreinigungen sollten von den zu walzenden Oberflächen ferngehalten werden. |
|
Vorbereitung Glattwalzen |
Das Aufmaß zum Glattwalzen ist immer in Abhängikeit zur Rauhtiefe bei der Vorbearbeitung zu bestimmen und beträgt höchstens den Wert der Vorbearbeitungsrauhtiefe. |